Die größte Mühle des Landes

Röpckes Mühle war bis 1962 der größte Mühlenbetrieb Schleswig-Holsteins, und ihr Mehl hieß Porlan, nach den Porzellanwalzen. 1851 gründete Johann Röpcke sie, sein Sohn Martin ließ 1887 neu bauen, mit Dampfmaschine. Das Mehl ging bis nach Skandinavien und Südafrika, der Weizen kam per Schiff über die Pinnau in den Uetersener Hafen. Um 1900 arbeiteten etwa 40 Menschen dort und verarbeiteten rund 100 Tonnen Getreide in 24 Stunden. Rechnerisch waren das zweieinhalb Tonnen pro Kopf und Tag, da hatte man abends nicht unbedingt Lust auf Brot. Am 24. März 1938 brannte es, mehr als 150 Helfer kämpften gegen die Flammen. 1962 wurde stillgelegt, 1980 riss man die Mühle ab. Erhalten blieben ein Straßenname und ein Wohnhaus. Ihr Nachbar war der Stadtbahnhof der Uetersener Eisenbahn.
Wie diese Bilder entstehen
Der Entstehungsprozess ist von Bild zu Bild verschieden.
Wo es möglich ist, male ich vor Ort, mit direktem Blick auf das, was von der Geschichte heute noch steht.
Bei anderen Motiven, etwa der Pferdebahn, gibt es diesen Ort in seiner historischen Form längst nicht mehr, dort setzt sich das Bild aus verschiedenen alten Fotografien zusammen, die im Kopf erst zu einer Szene werden müssen.
Die Recherche dazu dauert oft lange, mit Besuchen im Stadtarchiv und dem Durchsuchen alter Aufnahmen und Dokumente.
Am spannendsten ist für mich dabei, durch die Stadt zu gehen und in Gedanken die verschiedenen Fassungen eines Ortes übereinanderzulegen: Hier jetzt eine Straße, davor stand hier eine Mühle, davor vielleicht noch etwas anderes. Uetersen zeigt sich dann nicht als ein Ort, sondern als mehrere, die sich überlagern.
Mehr zur Entstehung einzelner Bilder, mit alten Fotos und ergänzenden Informationen, gibt es im Making-of per E-Mail.