Die Mühle, die dem Rathaus wich

Die Wassermühle ist älter als die Stadt, wie wir sie kennen. Um 1234 gehörte sie zum Grundbesitz, den Ritter Heinrich II. von Barmstede für ein Nonnenkloster stiftete. 1829 erhielt der Teich einen Zulauf von der Pinnau, damit die Mühle weiterlaufen konnte. 1925 übernahm die Stadt sie und verpachtete sie noch eine Weile. Dann wurde sie im Rahmen der Rosariumplanung abgerissen. Geblieben ist der Name der Straße. Dort steht das Rathaus, dessen Grundstein 1976 gelegt und das 1977 eingeweiht wurde, daneben die Sparkasse. Die Mühlen der Verwaltung mahlen bekanntlich langsam, hier immerhin an der passenden Adresse. Das Rathaus wurde für eine Stadt geplant, die nach den Prognosen der 1960er auf 60.000 Einwohner wachsen sollte. Heute sind es knapp 19.000.
Wie diese Bilder entstehen
Der Entstehungsprozess ist von Bild zu Bild verschieden.
Wo es möglich ist, male ich vor Ort, mit direktem Blick auf das, was von der Geschichte heute noch steht.
Bei anderen Motiven, etwa der Pferdebahn, gibt es diesen Ort in seiner historischen Form längst nicht mehr, dort setzt sich das Bild aus verschiedenen alten Fotografien zusammen, die im Kopf erst zu einer Szene werden müssen.
Die Recherche dazu dauert oft lange, mit Besuchen im Stadtarchiv und dem Durchsuchen alter Aufnahmen und Dokumente.
Am spannendsten ist für mich dabei, durch die Stadt zu gehen und in Gedanken die verschiedenen Fassungen eines Ortes übereinanderzulegen: Hier jetzt eine Straße, davor stand hier eine Mühle, davor vielleicht noch etwas anderes. Uetersen zeigt sich dann nicht als ein Ort, sondern als mehrere, die sich überlagern.
Mehr zur Entstehung einzelner Bilder, mit alten Fotos und ergänzenden Informationen, gibt es im Making-of per E-Mail.