Klotz verschwunden

Sechzig Meter Kornspeicher: Das Raiffeisen-Silo am Stichhafen zählte zu den Wahrzeichen der Stadt. Der Hafen davor ist jünger, als man denkt. Das Hafenbecken wurde 1952 begonnen, danach ausgebaut, und Uetersen war damit der größte Binnenhafen auf der rechten Unterelbeseite. Vom Silo blieb nichts stehen. Bilddokumente zeigen es 2011 in teilweise abgerissenem Zustand. Was man kilometerweit sah, verschwand also stückchenweise. Ein Trost bleibt: Niemand kann behaupten, es habe sich in der Stadt versteckt.
Wie diese Bilder entstehen
Der Entstehungsprozess ist von Bild zu Bild verschieden.
Wo es möglich ist, male ich vor Ort, mit direktem Blick auf das, was von der Geschichte heute noch steht.
Bei anderen Motiven, etwa der Pferdebahn, gibt es diesen Ort in seiner historischen Form längst nicht mehr, dort setzt sich das Bild aus verschiedenen alten Fotografien zusammen, die im Kopf erst zu einer Szene werden müssen.
Die Recherche dazu dauert oft lange, mit Besuchen im Stadtarchiv und dem Durchsuchen alter Aufnahmen und Dokumente.
Am spannendsten ist für mich dabei, durch die Stadt zu gehen und in Gedanken die verschiedenen Fassungen eines Ortes übereinanderzulegen: Hier jetzt eine Straße, davor stand hier eine Mühle, davor vielleicht noch etwas anderes. Uetersen zeigt sich dann nicht als ein Ort, sondern als mehrere, die sich überlagern.
Mehr zur Entstehung einzelner Bilder, mit alten Fotos und ergänzenden Informationen, gibt es im Making-of per E-Mail.