Vom Schlamm zum Altar

Wo heute geheiratet wird, war früher Schlamm. Ein erster Rosenpark, der Kaiser-Wilhelm-Park, wurde durch das Johanni-Unwetter von 1925 so beschädigt, dass man ihn zurückbaute. Er lag zwischen Mühlenstraße und Richthofenstraße und wurde später Bauland. Die Züchter Mathias Tantau und Wilhelm Kordes schlugen vor, einen neuen Garten auf einem verlandeten Mühlenteich anzulegen. Per Hand, mit Schaufeln und Loren, entschlammte man den Teich im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme. Zum 700. Stadtjubiläum 1934 war das Rosarium fertig. Heute liegt darin eine Insel. Sie ist rund 400 Quadratmeter groß, über zwei Brücken erreichbar, und seit 2012 für Trauungen freigegeben. Aus Schlamm wurde Romantik. Wer schon einmal geheiratet hat, kennt das Prinzip.
Wie diese Bilder entstehen
Der Entstehungsprozess ist von Bild zu Bild verschieden.
Wo es möglich ist, male ich vor Ort, mit direktem Blick auf das, was von der Geschichte heute noch steht.
Bei anderen Motiven, etwa der Pferdebahn, gibt es diesen Ort in seiner historischen Form längst nicht mehr, dort setzt sich das Bild aus verschiedenen alten Fotografien zusammen, die im Kopf erst zu einer Szene werden müssen.
Die Recherche dazu dauert oft lange, mit Besuchen im Stadtarchiv und dem Durchsuchen alter Aufnahmen und Dokumente.
Am spannendsten ist für mich dabei, durch die Stadt zu gehen und in Gedanken die verschiedenen Fassungen eines Ortes übereinanderzulegen: Hier jetzt eine Straße, davor stand hier eine Mühle, davor vielleicht noch etwas anderes. Uetersen zeigt sich dann nicht als ein Ort, sondern als mehrere, die sich überlagern.
Mehr zur Entstehung einzelner Bilder, mit alten Fotos und ergänzenden Informationen, gibt es im Making-of per E-Mail.